Trauma & Co Beispiel: psychologisches Trauma

Was in der wissenschaftlichen Psychotherapie als psychologisches Trauma (seelische Wunde) bezeichnet wird, eignet sich gut um einen möglichst klaren Einblick in den Mechanismus der Regressionstherapie zu geben. Zu einer psychischen Traumatisierung kommt es, wenn ein Ereignis die psychischen Belastungsgrenzen eines Menschen übersteigt und es dadurch nicht verarbeitet werden kann. In der Regel sind dies lebensbedrohliche Situationen, Gewalt, Mord, Naturkatastrophen, Krieg, Vergewaltigung etc. Ausschlaggebend ist nicht der objektive Grad einer Bedrohung oder Verletzung, sondern das subjektive Empfinden der betroffenen Person. Was den einen Menschen zu Tode erschreckt, kann einen anderen völlig unberührt lassen. Eine Traumatisierung ist jederzeit möglich auch ohne Gewalt, Krieg und Katastrophen.  Besonders anfällig für Traumatisierungen sind kleine Kinder, bedingt durch ihre kurze Lebenserfahrung. Allein die Trennung eines Säuglings von der Mutter kann ein Trauma für das Kind darstellen. Ein psychisches Trauma kann schwerwiegende Folgen für den betroffenen Menschen haben. Die Folgen können sofort auftreten aber auch noch Jahrzehnte später. Besonders kompliziert wird es, wenn die traumatisierende Situation verdrängt/vergessen wurde. Die wissenschaftliche Auflistung der Folgen einer Traumatisierung erspare ich mir hier, da sie für unser Verfahren nicht relevant sind. Der entscheidende Moment einer Traumatisierung ist die Tatsache, dass der Betroffene Informationen aufgenommen hat, die nicht richtig verarbeitet wurden. Was bedeutet dies nun genau?   

Wir sind einem ständigen Strom von Informationen/Sinnesreizen ausgeliefert, 24 Stunden, rund um die Uhr. Diese Flut von Informationen durchlaufen verschiedene Filter. Bewusst nehmen wir nur die Informationen wahr, die eine bestimmte Reizschwelle überschreiten. 

Wäre dem nicht so, würden wir im Informationsfluss untergehen. Die Reizschwellen sind individuell verschieden. Überschreitet nun eine Information, ein Sinnesreiz diese Schwelle, richten wir unsere bewusste Aufmerksamkeit darauf und analysieren/ verarbeiten diesen Reiz. Wenn jetzt in diesem Moment da Sie diese Zeilen lesen plötzlich ein lautes Explosionsgeräusch auf der Straße Ihre Aufmerksamkeit erregen würde, würden Sie wahrscheinlich aufstehen und zum Fenster rausschauen, um zu sehen was los ist. Sie würden möglicherweise feststellen, dass es sich um eine Fehlzündung eines vorbei fahrenden PKW gehandelt hat, sich wieder setzen und weiterlesen. Somit hätten Sie diesen Reiz, diese Information optimal verarbeitet.

Das gleiche Geräusch jedoch von einem Revolver verursacht, der auf Ihren Kopf gerichtet ist, in einer ernst zu nehmenden Situation, würde Ihre Belastungsgrenze wahrscheinlich überschreiten. Ihr Bewusstsein würde durch den Stress dermaßen eingeschränkt, dass eine optimale Verarbeitung nicht möglich wäre. Wahrscheinlich wären Sie dann traumatisiert. Die Folgen davon könnten sehr verschieden sein. Möglicherweise würde jede Explosion die alten Ängste wieder heraufbeschwören. Der Anblick einer Waffe würde Ihnen den Schweiß auf die Stirn treiben und Panikattacken auslösen. Es könnte sein dass Sie fortan Situationen meiden die Sie bewusst oder unbewusst an eben diesen Vorfall erinnert usw.. Nun kann man zu verhaltenstherapeutischen Maßnahmen greifen und Sie mehrere Tage lang mit endlosen vielen Explosions-Geräuschen beschallen, Sie würden sich schnell an diese Geräusche gewöhnen und hätten zumindest einen Teil des Traumas zwar nicht richtig verarbeitet aber integriert. Der Nachteil, wahrscheinlich hätten Sie dann ein  Knalltrauma.

Besser ist es dem Bewusstsein die Gelegenheit zu geben das Versäumte nachzuholen. Praktisch würde dies so aussehen, dass Ihre Aufmerksamkeit in die Vergangenheit geführt wird, genau in die Situation die damals nicht verarbeitet wurde. Sie würden diese Situation mehrmals durchlaufen, der innere Stress würde sich lösen und Sie könnten das Leben wieder genießen. Und das möchte ich hier noch mal besonders betonen, dieses Erlebnis würde Ihnen nie wieder Sorgen bereiten. Dieser ganze Prozess dauert mit Hilfe des DK-Verfahren ca. 1 bis 2 Stunden.

 

Latente Programme

Jedes Wesen wurde von der Natur mit einem äußerst starken Überlebenstrieb ausgestattet. Wenn ein Wesen geboren wird, hat es nur eins im Sinn: überleben um jeden Preis. Wir Menschen haben den Vorteil, dass wir zusätzlich noch mit etwas ausgestattet wurden, was man Verstand nennt. Allerdings hat, wer immer uns den Verstand gegeben hat, es versäumt, auch eine funktionierende Gebrauchsanleitung mitzuliefern. So beschränkt sich der Großteil der Menschheit darauf, seinen Nachkommen das aufzubürden, was sie selbst von Ihren Erziehern mitbekommen hat, z.B. Angst und Schuldgefühle.

 

Selbst wenn wir den Gedanken der Reinkarnation außer Betracht lassen und uns Menschenschicksale vom Zeitpunkt der Zeugung an anschauen, kommen wir unweigerlich zu der Erkenntnis, dass es nicht das „Böse“ ist, das den Menschen zu dem macht, was er ist, sondern mangelnde Bewusstheit und fehlende Achtsamkeit. 

Während bei Traumatisierungen die Zusammenhänge auch von Laien überwiegend logisch nachvollzogen werden können,  sind die Auswirkungen von sogenannten latenten Programmen nahezu vollkommen unvorhersehbar. Als latente Programme bezeichne ich hauptsächlich Wortprogrammierungen, die ein Mensch in Zeiten von Bewusstlosigkeit oder eingeschränkter

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Bewusstheit aufnimmt. Im Prinzip passiert bei solchen Programmen etwas Ähnliches wie bei einem posthypnotischen Befehl. 

 

Schauen wir uns zunächst die Wirkungsweise eines posthypnotischen Befehls an. Gibt man einer Person, die sich in einem geeigneten Zustand der Hypnose befindet,  zum Beispiel die Suggestion „Immer wenn du das Wort Blumentopf hörst, wirst du zum Fenster gehen und das Fenster öffnen, sofern du dich in einem Raum mit Fenstern befindest.“, wird sie diese Suggestion ausführen und jedes Mal bei dem Wort Blumentopf ein Fenster öffnen, sofern sich ein solches in der Nähe befindet. Fragt man diese Person nach dem Grund, warum sie das tut, wird sie einen für sie plausiblen Grund nennen. Diese Versuchsperson wird bei Wiederholung immer wieder Gründe für ihr Verhalten finden. 

Es ist mittlerweile eine erwiesene Tatsache, dass, bevor bevor ein Mensch sich bewusst entscheidet etwas zu tun, sein Unbewusstes diese Entscheidung schon Sekundenbruchteile vorher gefällt hat. Man kann dies anhand von Messungen der Nervenimpulse nachweisen. Es kommt auch vor, dass die Versuchsperson nicht auf den Auslöser Blumentopf reagiert, aus welchen Gründen auch immer. Ein verantwortungsbewusster Versuchsleiter würde diese Suggestion in jedem Fall wieder auflösen. Ganz gleich ob es zu einer Reaktion kam oder nicht. Warum?

Eine solche Suggestion stellt, wenn sie nicht zurückgenommen wird, ein sogenanntes latentes Programm dar. Es handelt sich dabei um eine Programmierung, die aktiviert werden kann, wenn sie auf unbewusster Ebene stimuliert wird. Es könnte nach Jahrzehnten noch dazu kommen, dass unsere Versuchsperson etwas erlebt, das sie unbewusst an den posthypnotischen Befehl erinnert und diesen aktiviert. So können Zwänge entstehen.

Wie sieht so etwas im praktischen Leben aus? Herr S., 38 Jahre alt, konnte schon seit mehr als einem Jahr das Haus nicht mehr alleine verlassen, ohne von heftigen Panikattacken heimgesucht zu werden. Seine Frau musste ihn zur Arbeit bringen und wieder abholen. Die Panikattacken traten nur auf, wenn er ohne Begleitung das Haus oder die Gebäude seiner Arbeitsstelle verließ. Er konnte sich in den Supermarkt bringen lassen und alleine alle Einkäufe tätigen. Sobald er jedoch den Supermarkt verlassen sollte und niemand ihn vor der Tür erwartete, geriet er in Panik. 

 

Er hatte verschiedene psychotherapeutische Behandlungen ohne nennenswerte Besserung hinter sich gebracht. Seine Lebensqualität war auf dem Nullpunkt und immer öfter verfiel er in depressive Gedankengänge. Während einer ca. zweistündigen Sitzung wurde er aufgefordert, in die Situation zurückzugehen, in der ihm die Angst zum ersten Mal bewusst wurde. Nach einigen gezielten Fragen beschrieb er eine Situation, in der er Zeuge eines Autounfalls war, bei dem ein Mädchen auf einem Fahrrad von einem Auto erfasst wurde. Er selbst war an dem Unfall völlig unbeteiligt (hier handelt es sich, wie in den meisten Fällen, um die auslösende Situation). Er wurde aufgefordert, noch weiter zurückzugehen, und zwar in eine Situation, in der gleiche oder ähnliche Gefühle eine Rolle gespielt haben. Daraufhin schilderte er ein Erlebnis, als er fünf oder sechs Jahre alt war. Seine Familie lebte an einer stark befahrenen Straße. Der Hof, auf dem er als Kind spielte, mündete übergangslos im Straßenverkehr. In einem unbeaufsichtigten Moment lief er hinaus auf die Straße und wurde beinahe von einem Pkw erfasst. Er verursachte dadurch einen Auffahrunfall. Zu diesem ganzen Schrecken kam noch eine Tracht Prügel von der geschockten Mutter hinzu. Sie beschimpfte ihn und schrie ihn an, dass er tot sei, wenn er allein auf die Straße ginge. 

 

Hier lag der Schlüssel zum Verhalten von Herrn S. Der Schrecken, die Geräusche der aufeinanderfahrenden Autos, der körperliche Schmerz durch die Prügel der Mutter und nicht zuletzt die  Worte „Du bist TOT, wenn Du allein auf die Straße gehst.“

Diese Situation wurde mehrmals durchlaufen, bis das ganze Erlebnis in allen Einzelheiten erinnert wurde. Direkt im Anschluss wurde noch eine Harmonisierung durchgeführt (dazu kommen wir noch) und die Sache war erledigt. Herr S. konnte alleine und ohne Angst den Heimweg antreten - er konnte es selbst nicht glauben.

Diese Art Ängste zu lösen, benötigt nur wenig Zeit und bringt eine sofortige und vollständige Heilung. Wie wir sehen werden, geht es mit dem DK-Verfahren noch eleganter und schneller, da wir hier ohne Umwege arbeiten und direkt zur Sache kommen. Wie genau eine solche Sitzung durchgeführt wird, dazu kommen wir ausführlich im praktischen Teil dieses Buches. Wenn Sie sich nun noch einmal an unser posthypnotisches Experiment erinnern, werden Sie einige Parallelen erkennen.

In unserem Experiment war es der hypnoide Zustand, der das Bewusstsein einschränkte. Im Fall von Herrn S. waren es der Schock und der Stress des Unfalls sowie die, durch sein damaliges Alter bedingte, geringe Lebenserfahrung,  die das Bewusstsein einschränkten. Im Experiment wurde eine klar definierte Suggestion gegeben. In unserem Fall waren es die Worte der Mutter: „Du bist tot, wenn du alleine auf die Straße gehst.“  Im Experiment war das Wort “Blumentopf“ das Signal, der Auslöser zu reagieren. Im Fall des Herrn S. war es der Unfall mit dem Mädchen, der nach vielen Jahren die Worte der Mutter aktivierte. Die Reaktionen waren Angst und Panik, wenn er allein auf die Straße musste.

Wie viele Menschen leiden unter ähnlichen Erlebnissen, werden jahrelang mit chemischen Giften zugrunde gerichtet, verfallen schließlich in Depressionen, nur weil die Ursache unentdeckt bleibt? Ein Grund mehr, dieses Wissen so schnell wie möglich zu verbreiten und anzuwenden. Dazu bedarf es keiner jahrelangen therapeutischen Ausbildung, der gesunde Menschenverstand genügt. Das kann jeder in wenigen Stunden erlernen.

Die möglichen Folgen von Wort-Programmierungen sind unendlich. Hier ist es wichtig, ganz gezielte Fragen zu stellen, um den Klienten von seinem Leid zu befreien. Das heißt, Sie müssen die Wirkungsweise von Programmierungen genau kennen und dürfen sich nicht von Inhalten ablenken lassen. Solche Programmierungen können auch als Handlungsanweisungen fungieren. Dies kann sogar so weit gehen, dass sie die gesuchte Situation unzugänglich machen.

Hierzu ein Beispiel: Bei einer Rückführung, die tadellos läuft, kommt der Klient in eine Situation, in der plötzlich keine Wahrnehmungen mehr vorhanden sind. Alle Versuche, wieder bis zu dieser Situation vorzudringen, scheitern. Wie sich später herausstellte, war es eine Situation, als der Klient sich noch im Bauch der Mutter befand. Bei einem Streit der Eltern schrie die Mutter den Vater an: „Verschwinde und lass dich nie wieder sehen hier!“ 

Der Klient befolgte also die Worte der Mutter wörtlich, indem er die Situation verließ und einen neuen Einstieg blockierte. Solche Reaktionen sind sehr typisch, und man trifft sie immer wieder. Ganze Bücher könnte man füllen mit solchen und ähnlichen Beispielen. Wichtig für unsere Arbeit ist zu wissen, 

dass jedes gesprochene Wort, das im Zustand eingeschränkter Bewusstheit empfangen wird, ein latentes Programm darstellt. 

Wie diese Worte letztendlich ausgelegt werden, kann man nicht mit Sicherheit vorhersagen. Es gibt Menschen, die plötzlich aus unerklärlichen Gründen einen Zwang verspüren, irgendetwas Bestimmtes zu tun, zum Beispiel ständig zu kontrollieren, ob sie auch alle Türen und Fenster verschlossen haben, alle Elektrogeräte ausgeschaltet sind usw. Solche Zwänge können Ausmaße annehmen, die das normale Leben stark beeinträchtigen. Die wissenschaftlich vermuteten Ursachen hierfür reichen von Hirnstoffwechselstörungen bis zu genetischen Defekten.  Dementsprechend werden diese Menschen auch mit Medikamenten versorgt. Ich kann Ihnen nicht sagen ob diese Dinge wirklich eine Rolle spielen. Ich vermute aber, dass der Hirnstoffwechsel vor Auftreten der Zwänge bei diesen Menschen nicht untersucht wurde. Was ich Ihnen sagen kann, ist, dass alle Zwänge, mit denen ich bisher zu tun hatte, die Folgen von Programmierungen waren, meist empfangen in Zeiten stark eingeschränkter Bewusstheit. Bei ausnahmslos allen dieser Menschen lösten sich die Zwänge in dem Moment, da Ihnen die Programmierung bewusst wurde. Und dies trotz Hirnstoffwechselstörungen und genetischen Defekten. Möglich wäre natürlich, dass ich nur die Ausnahmen erwischt habe.

Zu eingeschränkter Bewusstheit zählen Bewusstlosigkeit, Narkosen, Schock, starker Stress, sowie Rausch und Vergiftungszustände. Auch die vorgeburtliche und frühkindliche Phase (die stumme Phase, bevor ein Kind sprechen lernt), können als eingeschränkte Bewusstheit angesehen werden. Interessant ist in diesem Zusammenhang die Tatsache, dass Erlebnisse gespeichert werden, die erst mit dem Erwerb der Sprache, den Moralvorstellungen etc. Aktivität entwickeln. Ein gewaltfreier, sexueller Missbrauch bei Kleinkindern führt beispielsweise erst zu Komplikationen, wenn die entsprechenden Moralvorstellungen herangereift sind.

Programmierungen müssen jedoch nicht immer mit traumatischen Erlebnissen verbunden sein. Entscheidend ist immer der Wert, den der Betroffene dem Erlebnis beigemessen hat. Wie schon erwähnt, kann allein die kurzfristige Trennung eines Neugeborenen von der Mutter eine traumatische Erfahrung für das Kind darstellen.

Ein weiteres wichtiges Thema sind Erziehungsmuster und die sich daraus bildenden Glaubenssätze. Hierauf sind meist Schuldgefühle sowie Gefühle von Wertlosigkeit zurückzuführen. Zum Thema Schuldgefühle sei noch bemerkt, dass sich Kinder immer schuldig fühlen, wenn die Eltern in einer unharmonischen Beziehung leben.